• Dagmar Ziegler
    Dagmar Ziegler

    Mitglied des Bundestages

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Einmal selbst Abgeordneter sein und schauen, wie sich das so anfühlt? Das geht beim Planspiel Jugend und Parlament. Ich habe in diesem Jahr die Möglichkeit, eine Person im Alter zwischen 17 und 20 Jahren aus meinem (Betreuungs-) Wahlkreis zur Austragung von "Jugend und Parlament" in den Bundestag einzuladen. Das Planspiel findet vom 1. bis zum 4. Juni statt. Die teilnehmende Person erwartet ein umfangreiches Programm.

Interessierte können sich gerne bis Ende Februar im Abgeordnetenbüro in Berlin melden.

 Jugend und Parlament – Was ist das?

Jugend und Parlament ist die Großsimulation des Planspiels „Parlamentarische Demokratie spielerisch erfahren“, das regelmäßig vom Besucherdienst des Deutschen Bundestages mit Schulklassen durchgeführt wird. Zu Jugend und Parlament werden 355 Jugendliche aus dem gesamten Bundesgebiet auf Vorschlag der teilnehmenden Bundestagsabgeordneten eingeladen.

Das Planspiel dient dazu, den Weg der Gesetzgebung für Jugendliche und junge Erwachsene nachvollziehbar zu machen. Dazu übernehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Rollen fiktiver Abgeordneter. Mit neuem Namen, neuer Biographie und neuer politischer Gesinnung ausgestattet werden sie vier fiktive Gesetzesentwürfe durch das Gesetzgebungsverfahren bringen. Um den Jugendlichen das Hineinversetzen in ihre neuen Rollen zu erleichtern, erhalten sie Rollenprofile zugelost, die die zu spielenden Personen beschreiben und deren politische Prioritäten skizzieren.

Im Verlauf des Spiels lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Arbeitsweise des Deutschen Bundestages kennen und erhalten durch selbstständiges Handeln lebendige Einblicke in dessen Abläufe und Funktionen. Zunächst werden die einzelnen Gremien – Fraktionen, Landesgruppen, Ausschüsse, etc. – konstituiert und die jeweiligen Vorsitzenden gewählt. Anschließend diskutieren die neuen Abgeordneten die vier Gesetzesvorlagen in den Fraktionen und arbeiten an einer gemeinsamen Linie, die sie dann gegenüber den anderen Fraktionen in den Ausschussberatungen vertreten. Am Ende werden die Beschlussempfehlungen der federführenden Ausschüsse im Plenum debattiert und die Gesetzentwürfe zur Abstimmung gebracht.

Zur Planspielmethode

Ziel der Planspielmethode ist es, komplexe Planungs-, Verhandlungs- und Entscheidungs-prozesse in mehrstufigen Verfahren nachvollziehbar zu machen. Das Planspiel berücksichtigt die politische Realität so weit wie möglich, bestimmte Aspekte werden jedoch akzentuiert und zugespitzt, andere werden vereinfacht.

Indem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Rollen fiktiver Abgeordneter annehmen, werden sie gestaltende Akteure. Sie lernen die Möglichkeiten von Kooperation und Konflikt kennen; sie üben, ihre eigenen Interessen durchzusetzen, zugleich aber die legitimen Interessen anderer zu berücksichtigen; sie erfahren, was es bedeutet, innerhalb der verschiedenen Gremien um eine gemeinsame Linie ringen zu müssen.

Der Lernprozess ist bei dieser Methode sehr intensiv. Umfangreiches Wissen wird in kürzester Zeit aufgenommen, reflektiert und umgesetzt. Neben den fachlich-thematischen Kompetenzen werden dabei auch soziale Fähigkeiten gefördert.

Es ist nicht das Ziel des Planspiels, ein repräsentatives Meinungsbild der Jugend zu erhalten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vertreten in ihrer Rolle Meinungen, die nicht notwendigerweise ihrer eigenen politischen Überzeugung entsprechen. Gerade hierin besteht ein wesentliches Anliegen der Planspielmethode. Das Planspiel soll die Verfahrensweise des Deutschen Bundestages vermitteln, nicht politische Inhalte.

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